08.01.08

Expect the unexpected

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Ich wette, Ihr hättet an dieser Stelle jetzt nicht unbedingt ein Sonett von Shakespeare erwartet! :)

Ich wiederum hätte nicht den Umstand erwartet, dem Ihr dies hier zu verdanken habt:

Wie voller Angst ein schlechter Komödiant,
Der auf der Bühne seinen Spruch vergaß,
So wie ein Raubtier, das in Wut entbrannt,
Sich selber schwächt im Zornesübermaß;
So fehlt mir oft in schüchternem Verzagen
Die rechte Form, in der sich Liebe fasst,
Des Herzens Kraft scheint gänzlich zu versagen,
Erliegt sie schweigend meiner Liebe Last.
Dann mögen meine Blicke mich erklären,
Die stummen Boten der beredten Brust,
Die Liebe flehn und ihren Lohn begehren
Mit besserm Wort, als Lippen je bewusst.
Verstehst Du Ihre Sprache, wenn sie schweigen?
Augen, die hören, sind der Liebe eigen.
Sonett XXIII, William Shakespeare

Und weil's so schön war, gleich noch eins...

Klar seh' ich erst, wenn sich mein Auge schließt,
Das auf des Tages Bilder gern verzichtet.
Doch wenn in Träumen es Dein Bild genießt,
Dann ist es hell in Finsternis gerichtet.
Dein Schatten schon verklärt die dunkle Nacht.
Wie würdest Du mich lebhaft erst beglücken
Am hellen Tag mit Deiner hellern Pracht,
Wenn schon Dein Abglanz Blinde kann entzücken!
Oh, dürft' ich am lebend'gen Tag Dich schauen,
Mein Auge wäre gnadenreich begabt,
Wenn schon Dein Umriss in der Nächte Grauen
Mit holdem Schein geschlossne Augen labt!
Nacht ist der Tag, der mir Dein Bild entzieht,
Und Tag die Nacht, die Dich im Traume sieht.
Sonett XLIII, William Shakespeare

Für D.

Good Night, and Good Luck!

PS: Ein gesundes 2008 noch!

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