09.11.07

SETI@home - Unterstütze die Wissenschaft

Filed under Außerirdisch, International

So, jetzt habe ich mich endlich bei SETI@home angemeldet und die BOINC Software runtergeladen!

“SETI@home is a scientific experiment that uses Internet-connected computers in the Search for Extraterrestrial Intelligence (SETI). You can participate by running a free program that downloads and analyzes radio telescope data.” Dieses Projekt der University of California nutzt also Distributed Computing Power, um damit sozusagen einen virtuellen Supercomputer zu erzeugen, und auf diese Weise Unmengen an Daten digital zu analysieren. Diese Daten werden von den “Radio-Teleskopen” der Wissenschaftler gesammelt, mit denen sie ins All lauschen, um extraterrestrischer Intelligenz auf die Spur zu kommen. Da die untersuchten Radiosignale bestimmter Bandbreiten (soweit bekannt) nicht auf natürliche Weise entstehen, würde ein Aufspüren solcher Signale auf außerirdische Technologie schließen lassen. Die eingefangenen Signale bestehen größtenteils aus “Noise” und von Menschen erzeugten Signalen. Dies herauszufiltern erfordert erhebliche Rechenleistung. Daher die Idee, die Plattform von BOINC (Berkeley Open Infrastructure for Network Computing) zu benutzen, um ungenutzte Rechenleistung und Speicherkapazität tausender Computer weltweit mit Hilfe der Internetverbindungen und einer speziellen Client Software zu nutzen.

BOINC steht prinzipiell allen möglichen Projekten offen und es laufen dort noch einige andere meist wissenschaftliche Projekte, die verteilte Computerleistung ausnutzen (z.B. für Klimaforschung/ Global Warming und ähnliche Vorhersagen - eben alles, was extreme Rechenleistung erfordert). Jeder kann sich für eines oder mehrere dieser Projekte anmelden, die Software herunterladen und über die Einstellungen festlegen, wieviel der Prozessorleistung, Speicherkapazität und Bandbreite zu welchen Zeiten genutzt werden darf/soll. SETI@home ist wohl 1999 gestartet worden und natürlich gibt es zahlreiche Statistiken, wer wie wo mit welcher Leistung zu der Arbeit beiträgt bzw. beigetragen hat. Man kann ein eigenes Profil anlegen und der eigene Beitrag zum Projekt wird dann auf der Website angezeigt. Mann kann sich auch Teams und Communities anschließen etc.

Ist doch eine tolle Sache, oder?!? Los, macht da mit!

SETI@home

Good Night, and Good Luck!

29.10.07

Belgrad, Belgrade, Beograd

Filed under Miscellaneous, International

Man kann ja immer, wenn es einem beliebt und man die Schuld an einem bestimmten Ereignis oder einem bestimmten Umstand fortschieben möchte, von einer wie auch immer gearteten Verschwörung sprechen. Aber manchmal muss man einfach zugeben, dass man so dermaßen verplant ist, dass man die Konsequenzen davon tatsächlich verdient hat!

Aber mal von Anfang an: Ich wollte letzten Donnerstagmorgen für ein paar Tage nach Belgrad fliegen, um eine gute Freundin zu besuchen. Sie ist Serbin und lebt eben in Belgrad. Checke also Mittwochabend extra noch mal die Flugzeit und lege mir einen großzügigen Zeitplan zurecht, da ich ja weiß, dass die Bahn einen Monsterstreik haben wird, und dass ich außerdem nie pünktlich wegkomme! Checke sogar noch den “Notfall-Fahrplan” der Bahn.

Komme tatsächlich einigermaßen zeitig los am Donnerstag. Sehe, dass der RE, den ich haben wollte, doch ausfällt. Denke, na gut, hast ja genug Zeit. Frage an der Info nach dem nächsten. Rechne nach, wieviel Zeit mir noch bleibt, und realisiere erst in diesem Moment, dass ich mich um eine komplette Stunde vertan habe! Einfach unterschlagen, Blackout. Denke, mich trifft der Schlag. Leichte Panik. Gebe noch nicht auf und renne zum Geldautomaten, Cash ziehen, und dann am Ausgang ins nächstbeste Taxi. Sage dem Fahrer: Hör zu, Meister, muss in knapp 25 Minuten am Flughafen Düsseldorf sein! Drück auf die Tube. Was der gute Mann trotz übervoller Autobahnen auch tut. Werden aber 35 Minuten oder so. Zahle gut 30 Euro. Renne zum Check-In. Darf die Warteschlange umgehen. Zu spät. “Können wir nicht mehr machen!” Rufe verzweifelt in Belgrad an. Entschuldige mich mehrmals, die Pläne, die sie schon für Donnerstag gemacht hatte, zunichte gemacht zu haben. Sage, ich versuche, den Flug umzubuchen. Erfahre von Lufthansa, dass mein Ticket nicht flexibel ist, ich quasi ein neues buchen muss - billigste Variante so kurzfristig bei gut 930 Euro! Versuche, nicht zu fluchen, und denke nach. Erfahre, dass JAT Airways, die serbische Airline, am Freitagnachmittag einen Direktflug nach Belgrad hat. Der JAT Schalter ist leer. Rufe in Belgrad an (nicht unbedingt die billigste Variante), um mir die Nummer aus dem Internet raussuchen zu lassen. Rufe das Büro in Düsseldorf an, bekomme irgendwann eine Frau ans Telefon, die auch Deutsch spricht. Erkundige mich nach dem Flug und Rückflugmöglichkeit (fast zur selben Zeit wie geplant am Montag), buche die Flüge. Noch mal gut 230 Euro. Plus 174 verpulvert für den Lufthansa Flug. Mache mich mit bescheiden guter Laune auf zum Flughafenbahnhof. Denke, irgendwann wird schon ein RE zurück fahren. Denkste! Erfahre, die Strecke ist aufgrund eines “Personenvorfalls” komplett gesperrt. Keine Angaben, wann es weiter geht. Denke “Just great!”. Fahre mit dem SkyTrain wieder zum Terminal und nehme erneut ein Taxi. Zahle in Duisburg angekommen 50 Euro. Gehe zur Arbeit...

Nun ja, Freitag lief zum Glück alles glatt. Bin abends angekommen. Belgrad ist zwar keine besonders schöne, aber auf jeden Fall eine interessante Stadt. (JAT ist im Übrigen auch eine “interessante” Airline. :) Die Stewardessen, die Sandwiches... Alles sehr interessant.) Belgrad ist eine sehr krude Mischung verschiedener Stilrichtungen. Sehr alte Gebäude, teilweise gut erhalten oder sogar restauriert, und dazwischen, wie Fliegenpilze, typische Ostblock Architektur-Verbrechen. Mit den typischen orange reflektierenden Fenstern. Und an einigen Stellen sieht man immer noch Bombenruinen. Ehemalige Polizeistationen und andere offizielle Einrichtungen. Auch die (ehemalige) Chinesische Botschaft, in die sich “aus Versehen” eine Bombe verirrt hatte. Je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto häßlicher wird es generell. Ganz üble Wohnblöcke. Belgrad hat wohl ca. 2 Millionen Einwohner.

Dafür hat Belgrad 2 Flüsse - die Save mündet dort in die Donau - und entlang dieser unzählige Cafes und Restaurants auf Boten bzw. Plattformen im Wasser. Überhaupt gibt es sehr viele Cafes, Coffe Shops, Bars, Pubs, Clubs und Restaurants. Und der Serbe weiß, wie man feiert!! Alter Schwede. Oder besser, alter Serbe. Da ist nicht ab 9 Uhr abends spätestens alles tot! Da brennt auch an normalen Wochentagen ab 22 Uhr erst so richtig die Luft! Da sind die Bars und Clubs so voll, dass man oft nicht mal mehr reingelassen wird. Da gibt es hübsche Frauen en masse. Das serbische Bier ist sehr anständig. Und fast überall, selbst in Lokalitäten, die eher Restaurant sind, gibt es Livemusik! Mal traditionell, meistens aber auch mit Coverversionen internationaler Klassiker. Alles, was man so kennt. Quer durch die Stile und Jahrzehnte. Und immer gut. Große Sache das. Wünschte, Duisburgs verdammter Innenhafen hätte auch nur eine vergleichbare Lokalität! Hatte definitiv meinen Spaß und bin jetzt noch etwas gerädert. :)

Ach ja. Beim Hinflug heftete sich vom Check-In bis zum Verlassen des Flughafens in Belgrad eine junge Frau - halb Deutsch, halb Serbisch - an mich. Wurde sie nicht wieder los. War total müde und hätte eigentlich gerne meine Ruhe gehabt, aber diese Dame hatte offenbar andere Pläne. Ich weiß jetzt einiges, was ich nicht unbedingt wissen muss! Ok, sie war ganz nett, aber auch mehr oder weniger stroh-doof. Kosmetikerin. Bezeichnend. Gar nicht mein Typ. Konnte zum Glück verhindern, dass ich ihr meine Handynummer geben musste. Na gut, so weit, so witzig, aber wer taucht wohl strahlend zum selben Rückflug auf wie ich? Mit ihrer 6 Monate alten Tochter, die sie 10 Tage bei der Oma in Belgrad gelassen hatte, wo sie jetzt übers Wochenende zum Familienfest war. Kann man da an Zufall glauben oder muss man nicht vielmehr von einer ganz groß angelegten Verschwörung ausgehen? Natürlich sitzen wir nebeneinander. Und schwupps habe ich ein 6 Monate altes Baby im Arm. Hier, halt mal! :) Die kleine Emily. Sehr süßes Kind, keine Frage. Und angenehm ruhig, sogar im Flugzeug. Mit dem Baby hat die Mama glatt wieder Punkte gut gemacht bei mir. Und auch die Mama hatte die Ruhe weg. Hat die Kleine gefüttert, ihr das Fläschchen gegeben und sogar während des Fluges - die Kleine im Kindersitz auf dem Nebensitz liegend - mal eben 2 Mal die Windeln gewechselt! Das volle Programm! Hut ab! Ich muss zugeben, ich hatte meinen Spaß auf diesem Flug (trotz Kater nach 4 Stunden Schlaf etc).

11.10.07

UK wie immer Vorreiter!

Filed under International

Bin beim Henrik auf einen tollen Beitrag gestoßen, der hier auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf. Es geht um verschiedene Berichte, die sich alle mit geplanten oder schon umgesetzten Einschränkungen der Bürgerrechte in England befassen. Was ein Glück, dass ich wieder zurück bin! :) Oder vielleicht doch nicht?

Nur ein paar kleine Bemerkungen zu dem Abschnitt Überwachungs-Livestream im Internet:
Grundsätzlich finde ich Überwachungskameras - an den richtigen Stellen und in einem vernünftigen Rahmen eingesetzt - nicht mal so verkehrt. Aber was da in London und offensichtlich bald in ganz England passiert bzw. geplant ist, ist doch eher erschreckend. “Sieh mal, Schatz, dieser junge Mr Jones ist schon wieder erst um 4 Uhr nach hause gekommen. Und wieder mit einer anderen Frau! Und das mitten in der Woche...” Dass noch keine Kameras durch die Fenster auf das Innere von Wohnungen gerichtet sind, ist ja fast schon ein Wunder. Hm, naja, wer weiß das schon so genau
Sicher, in London bzw. England existiert eine echt hohe Verbrechensquote. Das habe ich nicht selten in den Medien mitbekommen. Von wegen “Shoreditch ist ein sogenanntes Problemviertel.” London hat fast nur Problemviertel! Ich habe um die Ecke von Shoreditch gewohnt und fand es da noch nicht mal so schlimm... Aber einen Haufen Geld für Überwachungstechnik (inklusive der Anschlüsse bei den ganzen “Teilnehmern ”) zu verpulvern, ist m.E. nicht die optimale Lösung. Wie die Gegner dieser Maßnahme auch vorschlagen, könnte man damit z.B. neue Polizisten einstellen oder, was ich persönlich am sinnvollsten fände, versuchen, die Ursachen des Ganzen zu bekämpfen, anstatt eher noch mehr Konflikte herauf zu beschwören. Warum wird beispielsweise das Alkoholproblem in UK immer größer? Von 17 Uhr am Freitag bis Sonntagsmorgens wird doch da kollektiv durchgesoffen! Was natürlich wiederum vermehrt zu Schlägereien, Sachbeschädigung usw. führt (Pöbelnde, betrunkene Engländer sind echt nicht witzig...!). Das muss einem doch zu denken geben. Ich weiß ja jetzt auch nicht wie, aber mit Sicherheit ließen sich da Ansätze zur Abschwächung dieses und anderer Probleme finden.

Btw, da wird auch Graffiti in dem Artikel erwähnt. Wie ich finde, ein eher geringes Problem. Im Gegenteil ist London sogar die Heimat eines der genialsten Künstler auf diesem Gebiet (meine persönliche Meinung). Der Mann hat's echt drauf und ist dabei noch super witzig und intelligent. Wer die Werke von Banksy noch nicht kennt, sollte das unbedingt ändern! Ich glaube, er wohnt in der Gegend, wo ich auch gewohnt habe. Natürlich weiß man das nicht so genau. Schließlich ist die Englische Polizei extrem scharf darauf, ihn in die Finger zu bekommen. Aber er wird dort offenbar öfter aktiv und ich habe sogar ein Werk von ihm live und in echt an einer Hauswand entdeckt!

Good Night, and Good Luck!

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